Kindesentführungen können verhindert werden

23. Juni 2013

Kindesentführungen haben zugenommen und damit die Anzahl Agenten, Söldner und Detektive, welche die Kinder illegal wieder zurückholen, zitiert im Artikel der Sonntagszeitung vom 23. Juni 2013

Für ein Kind ist eine Entführung – auch wenn diese von einem Elternteil durchgeführt wird – ein traumatisches Erlebnis. Entführungen durch ein Elternteil sind oftmals Symptome strittiger Scheidungen. Das Wohl und die Rechte des Kindes gehen dabei im Streit zwischen den Eltern vergessen. Ganz besonders herausfordernd sind Scheidungen im transnationalen Kontext.

Unser Anliegen ist es, Kinder vor traumatischen Erlebnissen weitgehend zu schützen. Im Falle von Kindesentführungen sehen wir den Schlüssel dazu im Ablauf der Scheidung. Hier spielen die Leitlinien des Europarates eine zentrale Rolle. Sie statuieren, dass ein Kind das Recht auf eine eigene Rechtsvertretung hat. Dank dieser erhält es die Möglichkeit, sowohl beiden Elternteilen als auch dem Gericht mitzuteilen, was es denkt und fühlt. Allein eine solche Meinungsäusserung des Kindes rüttelt viele Eltern auf und führt oftmals zu einer Entspannung im Scheidungsprozess.

Konkrete Beispiele zeigen, dass Eltern sich gar so weit einigen konnten, dass der wegziehende Elternteil bis zur Volljährigkeit des Kindes auf seinen Wegzug verzichtete. Grundsätzlich finden Eltern häufiger eine gemeinsame Regelung, die es ihnen erlaubt, gemeinsam das Sorgerecht wahrzunehmen und ausgeglichen eine enge Beziehung zum Kind zu pflegen

Ist es doch zu einer Entführung gekommen, ist es in der Folge enorm wichtig, dass die Verfahren für eine Rückführung sehr schnell durchgeführt und prioritär behandelt werden. Dies entspricht einer weiteren Leitlinie des Europarates. Es darf nicht sein, dass durch eine lange Verfahrensdauer die Option einer Rückführung verunmöglicht wird. Erste Priorität muss auch hier das Kindeswohl haben.

Es ist unsere Überzeugung, dass wenn der Hebel bereits bei der Ursache – also der strittigen Scheidung – angesetzt wird, eine massive Senkung an Kindesentführungen erzielt werden kann. Die Wichtigkeit des Miteinbeziehens von Kindern in Verfahren, die sie betreffen, kann deshalb nicht oft genug betont werden.  

Weitere Informationen zu Kindesentführungen finden Sie auch bei der spezialisierten Organisation Schweizerische Stiftung des internationales Sozialdienstes. Diese unterstützt auch binationale Paare in ihrer besonderen Herausforderung.

Irène Inderbitzin
Geschäftsführerin
Kinderanwaltschaft Schweiz

 

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Er ist der coolste Anwalt aller Zeiten. Ich konnte ihm alles anvertrauen und er hätte mich nie hängen lassen.

Mädchen

Ich danke meinen Kindern, dass sie den Mut hatten, ihren Willen zu äussern.

Mutter

Das Ziel, dass Kinder und Jugendlichen in ihren schwierigen Lebenssituationen gestärkt und nicht zusätzlich belastet werden, beeindruckt, berührt und überzeugt uns sehr.

Sibylle Feltrin, AVINA STIFTUNG

Sibylle Feltrin, Geschäftsführerin AVINA STIFTUNG
Ich habe jetzt einen Anwalt, der gleichzeitig mein Schutzengel ist.

Junge

Kinder und Jugendliche haben Rechte. Aber sie müssen diese auch wahrnehmen können. Dafür braucht es die Kinderanwaltschaft.

Urs Lauffer

Verwaltungsratspräsident RAHN AG, Steinmaur
Als Kinderanwalt konnte ich den Willen eines Mädchens dem Gericht und allen Parteien kundtun und es wurde ihrem Willen entsprochen. Dadurch beruhigte sich die konfliktbehaftete Beziehung. Mit meinem Beruf kann ich Kinder unterstützen und unmittelbar zur Lösungsfindung beitragen. Das ist mir wichtig.

Rolf Besser

Rolf Besser, Kinderanwalt
Der erste Kontakt mit der Justiz soll im Leben eines Kindes keine einschüchternde Erfahrung sein! Vielmehr muss das Kind als junger Mensch ernst genommen werden und seinem persönlichen Entwicklungsstand entsprechend respektiert und ins Verfahren einbezogen werden.

Beat Flach, Nationalrat

Beat Flach, NR GLP