Jahresberichte

Liebe Gönnerinnen und Gönner, liebe Interessierte

Das Ziel ist erreicht, wenn es uns nicht mehr braucht. 2020 wird es so weit sein: Bis dann wird in der Schweiz die «Child-friendly Justice» umgesetzt sein. Schritt für Schritt haben wir in den vergangenen Jahren den Boden dafür gelegt; die verbleibende Zeit nutzen wir dazu, das aufgebaute Fundament weiter zu festigen und Lücken zu schliessen.

Weichen gestellt

Auch im vergangenen Jahr lag unser Hauptaugenmerk darauf, Kinder in allen gerichtlichen, verwaltungsrechtlichen und gesetzgeberischen Verfahren zu schützen und ihre Resilienz zu stärken. Denn Kinder und Jugendliche mit intakter Widerstandsfähigkeit laufen weniger Gefahr, zu Opfern zu werden oder in der Opferrolle zu verharren. Dazu haben wir weitere Weichen gestellt: Wir stehen mit den zuständigen Stellen auf Kantons- und Bundesebene in regem Kontakt. Verschiedene Konferenzen der Kantone haben 2015 Empfehlungen ausgesprochen, damit die Leitlinien für eine kindgerechte Justiz selbstverständlich in ihren Alltag eingebaut werden. Dass das entsprechende Bewusstsein laufend zunimmt, ist unverkennbar. Mit grosser Erleichterung stellen wir beispielsweise fest, dass das Recht auf Gehör bei Behörden und Gerichten immer mehr zum Standard zählt.

Beschwerdestelle für Kinderrechte

Noch ist unser Ziel allerdings nicht erreicht. Den Schwerpunkt für das laufende Jahr 2016 legen wir auf Massnahmen, die das Bewusstsein für die Schaffung einer Ombudsstelle schärfen. Je stärker wir uns mit der Thematik befassen, desto deutlicher wird, dass unser Land nicht darum herumkommt, ein eigenes Ombudsoffice für Kinder ins Leben zu rufen: eine gesamtschweizerische Überwachungs- und Beschwerdestelle für Kinderrechte. In diese Richtung weisende Signale sind gesetzt. Davon zeugt der aktuell laufende Auftrag des Parlaments an den Bund, die Ratifizierung des dritten Fakultativprotokolls zur UN-Kinderrechtskonvention zu prüfen. Der Weg für das zentrale Instrument der Individualbeschwerde ist damit geebnet. Bereits während des Vernehmlassungsverfahrens des Bundes haben wir uns öffentlich dazu geäussert, und wir werden den Prozess auch im laufenden Jahr eng verfolgen. Bis zur Schaffung eines eigenen Ombudsoffice schliessen unsere Angebote die Lücke. Denn das Recht auf Gehör und Meinungsäusserung ist das Herzstück unseres Tuns.

Von Herzen danke

Bei all diesen Schritten durften wir auch im zurückliegenden Jahr auf die wertvolle Unterstützung unserer Gönnerinnen und Gönner, von Unternehmen, Förderstiftungen, Bund und Kantonen zählen. Von Herzen danke für die Solidarität mit jenen Kindern und Jugendlichen, deren zentrale Rechte immer weniger häufig, aber doch noch zu oft vergessen gehen.

François Rapeaud, Präsident

 

Jahresberichte zum Herunterladen:

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