Kindgerechte Justiz / Child-friendly Justice - Einführung

Die Leitlinien des Europarates für eine kindgerechte Justiz wurden in Zusammenarbeit mit Vertretern der Justiz (Richter, Staatsanwälte, Anwälte), der Polizei, der Psychologie, der Wissenschaft und dem Sozialwesen aus den einzelnen Vertragsstaaten erstellt. In eigenen Konsultationsveranstaltungen wurden zudem Kinder aus ganz Europa nach ihren Meinungen befragt.

Das Dokument besteht aus zwei Teilen: Den am 17. November 2010 verabschiedeten Leitlinien, sowie einer erklärenden Begründung. Die Leitlinien umfassen eine Präambel, die sich auf die bereits bestehenden universalen und europäischen Standards bezieht.

Anwendungsbereich und Zweck

Die Child-friendly Justice Leitlinien basieren auf bereits bestehenden internationalen und europäischen Standards für eine kindgerechte Justiz, vor allem dem Recht des Kindes auf Information, Vertretung, Partizipation und Schutz. Sie sind kein rechtlich bindendes Dokument, sondern dienen vielmehr als praxisorientiertes Hilfsmittel für die Umsetzung und Förderung kindgerechter Standards in den einzelnen Vertragsstaaten.

Definition des Kindbegriffs

Als Kind gilt eine Person, die jünger als 18 Jahre ist. Unter “kindgerechter Justiz“ wird ein Justizsystem verstanden, das nicht nur Kinderrechte respektiert und würdigt, sondern auch deren Umsetzung und Implementierung höchste Priorität einräumt.

Zum Download:

Leitlinien des Ministerkomitees des Europarates für eine kindgerechte Justiz

Guidelines of the Committee of Ministers of the Council of Europe on child-friendly justice

Lignes directrices du Comité des Ministres du Conseil de l'Europe sur une justice adaptée aux enfants

Linee guida del Comitato dei ministri del Consiglio d'Europa per una giustizia a misura di minore